Warum fotografiert ihr eigentlich?

November 2, 2016

 

 

Eigentlich kann es einem ja egal sein, warum. Es ist auch egal. Mir zumindest. Ich wollte den Blog schon zweimal veröffentlichen und dann auch wieder nicht. Ich dachte jedes mal, ach sch...drauf interessiert doch eh keinen.

 

Nun mache ich es aber doch. Warum?

 

 

Wieder hat ein ach so "toller" Fotograf angekündigt, ihm gehe es auf die Nerven, dieses "Facebook" und die Reichweite und alles und überhaupt. Er geht dahin wo es besser ist. Auf meiner Frage: Wo das ist? hat er nicht geantwortet und auch nicht warum er erst zum Ende des Jahres mit Facebook aufhört. Ein anderer (oder andere) wiederum, regt sich über soviel "nackte" Haut in Facebook auf und will deshalb nicht mehr mitmachen. Dabei wird natürlich immer ein tolles Bild gezeigt. (schöne, Sexusell verfügbare Mädels mit warmen Farben und im Gegenlicht)  aarrgg....

 

Mir geht dies Like - hascherei und der Hilfeschrei nach Aufmerksamkeit bei den sooo... tollen Modelen und Fotografen auf den Sack. Sorry für den Ausdruck. Ist aber so.

 

Ich schreibe jetzt darüber weil ich immer wieder feststelle, dass einige "erfolgreiche" oder auch weniger erfolgreiche Models und Fotografen sich über vieles sinnlose Gedanken machen, sich aufregen oder einfach Frust ablassen übers Reichweitenfieber auf Facebook u.s.w. und dieses dann Ihren Follower in Facebook kundtun, obgleich diese wahrscheinlich nur deren Arbeiten sehen wollen.

 

Dies wird dann auch sehr gerne kombiniert. Also ganz viel Text um sich von der Masse abgrenzen und dann noch ein „Mega“ Bild mit dem „Mega“ Fotografen oder dem „Mega“ Model. Alternativ einfach die oben erwähnten sexuell Verfügbaren Models.

 

Der Ausdruck ist übrigens nicht von mir. Ich hab ihn mir aus einem Podcast von Stephan Schwartz mit Beate Kappe geklaut. Ich fand das trifft den Kern am besten. Hier könnt ihr euch das mal anhören.

 

http://www.portrait-foto-kunst.de

 

Und dann kommen noch die Leute die gefühlte zehnmal mal im Jahr schreiben, dass die keinen Bock mehr auf Facebook haben und zu Instagram wechseln weil es da sooo… viel besser ist. Auf die Frage warum, kommt meist keine Antwort oder diese ist Aussagekräftig wie dieses Beispiel. „Da sehe ich nur das was ich sehen möchte.“ Ähm ja genau...

 

Da fragt man sich, wieso machen die sowas? Wieso fotografieren die überhaupt? Warum modeln diese Mädchen (oder auch Männer) den eigentlich? Ist es nicht eigentlich so, dass ein „Hammer“ Bild ein „Hammer“ Bild bleibt, auch wenn es nicht viele Like´s oder Kommentare hat?

 

Doch!!!

 

Das Bild bleibt Hammer. Die Kommentare und die Like´s sind nur für den Fotografen oder für das Model. Fürs Ego. Mehr nicht. Reichweite ist das Thema. „Sieht das Bild überhaupt einer wenn ich es um diese Zeit poste?“ Eine sehr häufig genutzte Frage über einem Bild. Ihr seht. Es geht nicht ums Bild! Nur das Ego ist wichtig. Scheiße dafür.

 

Im Grunde geht es einigen Fotografen oder Models zumindest am Anfang Ihrer „Kariere“ um die Befriedigung ihres persönlichen Egos. Nicht um die Bilder oder um eine Aussage oder was auch immer. Ja noch nicht mal um Like´s oder Reichweite.

 

Es geht um das eigene tiefe persönliche Ego. „Ich“ !!!! Mehr nicht!

 

Ich könnte jetzt eigentlich aufhören zu schreiben aber ich will das nicht, denn auch mein Ego sagt mir: „hau den Leuten nochmal so richtig eins vor den Latz“. Ok mach ich EGO.

 

Also weiter!

 

„Ich kann jede Frau haben“ ist zwar ein ehr projizierter und auch provokanter Gedanke aber er bildet die Basis bei so manchen Fotografen. Im Übrigen hat das nichts mit dem Geschlecht zu tun.

 

Zur Erklärung. Hier geht es nicht um das Ziel „Geschlechtsverkehr oder anderen Sex“ zu haben sondern nur um den Gedanken selbst.

Ich werde begehrt und bin beliebt. Ich denke auf der Modelseite ist es ähnlich. Hier ist der Ausgangspunkt unterschiedlich aber der Kern des Gedanken gleich.

 

„Mich will jeder haben“ könnte der projizierte Gedanke lauten. Ich bin begehrt. Ich sehe so gut aus und alle Fotografen wollen mich fotografieren.

 

Versteht mich nicht falsch. Ich finde das nicht schlimm. Es ist so wie es ist und Menschen definieren sich oft über Ihr EGO. 

 

Ich versuche es nur auf zu zeigen um vielleicht selbst zu verstehen warum die Welt so ist wie sie ist und worum es mir bei meinen Bildern geht. Warum ich Fotografiere.? Ich glaube diese, unseren tiefsten Grundgedanken sind fest im Unterbewusstsein verankert. Vergleichbar mit dem Urinstinkt der Fortpflanzung oder weniger „vulgär“ der Urinstinkt das Essen im Vorfeld zu riechen oder zu kosten.

 

Einige Zeit fotografiert dann der Fotograf so rum oder das Model modelt ebbend so rum. Der Erfolg, also Kunden bzw. Interessen bleiben oft aus oder der "Ansturm" ist eher mäßig. Oft kommt auch die eigenen Courage in die Quere, dass man ebbend doch nicht der tolle Fotograf oder das tolle Model zu sein scheint und das man plötzlich feststellt, dass der gegenüber ja etwas für sein Geld/ Zeit verlang oder erwartet was man vielleicht und nur vielleicht gar nicht leisten kann.

 

Kennen wir alle. Das sind dann die Leichen in der Model Kartei oder wo anders, welche nie Antworten oder auch nicht absagen und sich einfach nicht mehr melden. Das Interesse nimmt ab und dann ist man keine Fotograf oder Model mehr. Und was bleibt? Genau! Das Ego:

 

„Ich war mal Fotograf oder in hab mal gemodelt. Jetzt nicht mehr. "Ich brauch das nicht.“

 

Die Fotografen oder Models die dann doch noch weiter machen versuchen mit Workshops die wirklich schönen (zumindest auf den Bildern) Modele oder Fotografen zu bekommen. Sie gehen auf Events um Hip zu sein. Was von der Begehlichkeit abzubekommen. Dies muss natürlich ständig gepostet werden damit auch jeder sieht wie toll man ist und wie begehrt man ist.

 

Und so geht’s weiter. Wenn man in der Maschine drin ist, kommt man schwer wieder raus. Die wenigsten bringen dadurch bessere oder schlechtere Bilder zu Stande. Das Gegenteil ist eigentlich der Fall. Die Bilder werden alle Mainstream. Ok, ist mir auch Egal. So ist nun mal die Welt. Die Globalisierung gibt jedem seine eigenen Community und damit einen Möglichkeit sein eigenes Ego zu befriedigen. Wie oder womit ist egal.

 

Und dann gibt es noch die Fotografen oder Modele die …ja die vielleicht wirkliches Talent haben. Angeeignet oder angeboren, ist dabei egal. Die wenigen die nichts von Events oder Reichweite wissen oder denen es egal ist.

 

Diejenigen die durch Ihre Bilder eine Geschichte erzählen und Emotionen beim Betrachter auslösen. Egal wie die Emotionen sind. Diejenigen denen es um die Schönheit des Menschen oder auch der Natur geht.

 

Dem Model was seine eigene Phantasie mit dem Fotografen auf ein Bild projiziert. Was den Ausdruck auf dem Bild fühlt.

 

Die sind dann die wirklich Erfolgreichen. Denen lohnt es sich dann auch, um der Bilder wegen, zu folgen. Diese veröffentlichen nur Ihre Bilder. Ohne Text und Fragestellungen. Nur das Bild ist wichtig.

 

Persönliches: Es geht mir hierbei nicht um Wertung der einen oder anderen Gruppe. Es geht mir nur darum die Welt um mich herum zu reflektieren und aufzuschreiben damit „ich“ sie verstehe und meinem eigenen Ego zu sagen: „Halt die Klappe, ich mach jetzt erstmal Bilder“.

 

Wer was zu sagen hat…der schreibt oder nicht.

 

Tom

 

 

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